ADHS

ADHS steht für Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung. Andere verbreitete Bezeichnungen sind Hyperkinetisches Syndrom (HKS), frühkindliches exogenes Psychosyndrom, Minimale Cerebrale Dysfunktion (MCD) sowie Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsdysfunktionen (ADHD).
Hierbei geht es um Störungen der Aufmerksamkeit, die häufig in Verbindung mit motorischer Überaktivität auftreten und frühzeitig in der Entwicklung einsetzen - sehr unruhige und ständig in Bewegung befindliche, unkonzentrierte und impulsive Kinder fallen vor allem im schulischen Alltag auf und belasten sowohl die Klasse, als auch die Lehrer, Erzieher und das entsprechende soziale Umfeld verhältnismäßig stark.

Die unverzichtbare Basis der Förderung von Schülern mit ADHS ist eine verständnisvolle und möglichst unbelastete Lehrer-Schüler-Beziehung - das auffällige Verhalten dieser Schüler stellt keinesfalls einen vorsätzlichen Störungsversuch dar, sondern ist vielmehr der gesteigerten Impulsivität dieser Kinder geschuldet. 

Die Förderung von Schülern mit ADHS findet auf verschiedenen Ebenen statt und umfasst weite Teile des schulischen Alltags. Im Bezug auf die Klassenraum-Struktur bzw. das Klassenraum-Management wird auf einen festen Sitzplan zurückgegriffen - entsprechend zu fördernde Kinder sitzen möglichst in der Nähe des Lehrertisches. Darüber hinaus wird auf den Einsatz von Ritualen und Verstärkersystemen zurückgegriffen und das Einhalten von klaren, verlässlichen Strukturen berücksichtigt. Den eigentlichen Unterricht betreffend, ist es besonders wichtig, die entsprechenden Phasen abwechslungsreich und motivierend zu gestalten und für die betroffenen Schüler fortwährend Erfolgserlebnisse zu schaffen. Eine große Bedeutung kommt in diesem Zusammenhang den Mitschülern zu: Sie verstärken entsprechend auffällige Schüler bei unterrichtsadäquatem Verhalten und übernehmen diesbezüglich eine Vorbildfunktion. Schülern mit ADHS wird weiterhin bei bestimmten Aufgaben Verantwortung übertragen (z.B. bei Klassendiensten und Gruppenleitungen). Um erwünschtes Verhalten mithilfe von Signalen oder Materialien zu belohnen, wird auf die Verwendung von Token-Systemen zurückgegriffen.